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Thoralf "Donnerschlaf" Herbertsson

  

„Hey, Thoralf Donnerschlaf, vertreib uns nicht das Viehzeug in 5 Meilen Umgebung!“ Mit diesen Worten wurde ich äußerst unsanft von Arnulf aus meinem mittäglichen Nickerchen gerissen. Nie hat man mal seine Ruhe, bei diesem Tross ist immer irgendwas lossss......CHRRRRR .... CHRRR....

Eines Tages, ich stand gerade auf der Bühne eines Sklavenmarktes in Haithabu und wünschte mal wieder, meine Ziehtante in Miklagard nie kennen gelernt zu haben, sah ich vor mir in der Menge ein lange nicht gesehenes aber dennoch nicht vermisstes Gesicht. Es war mein Bruder Thoranor, der sofort auf mich zulief. "Wie kommst Du denn hier her?“

Weiter kam er nicht, weil der Sklavenhändler sich in den Weg stellte und brüllte: „Bring’ mir nicht die Auslage durcheinander! Oder habt ihr, Interesse an meinem Sortiment? Er ist nicht ganz billig, zwar auch nicht mehr ganz frisch aber willig und sehr erfahren! Er kann wohl auch mit Runen umgehen." Er machte einen Schritt auf mich zu, riss meinen Mund auf und pries mein fast vollständiges Gebiss. Zur Strafe biss, ich ihn in die Hand!

Bevor der Sklavenhändler mich in der sonst üblichen Art und Weise züchtigen konnte, bot Thoranor einen lächerlich niedrigen Preis. Nach dem empörten Aufkeuchen des Sklavenhändlers folgte ein Feilschen wie auf den Märkten der Ibns, an dessen Ende Thoranor die Vorzüge einer ruhigen Nacht pries und der Sklavenhändler daraufhin erstaunlich schnell einwilligte.Thoranor nahm mich daraufhin genüsslich am Halsring und zerrte mich zum nächsten Schmied. Während ich dort mit, dem Kopf auf dem Amboss lag, zogen die letzten 3 Jahre meines Lebens in Windeseile an mir vorbei:

Als erstes sah ich das Gesicht der Frau des Bruders meines Ziehvaters, also meiner Ziehtante in Miklagard, wie sie mich lüstern anlächelte und mich mit ihren Blicken entkleidete. Immer wieder kam sie nachts an die Tür meines Zimmers und probierte, ob ich nicht vergessen hatte, den Riegel vorzuschieben. Zu meinem Glück hatte sie nie erfahren, dass ich weniger Gefallen an ihr fand als an ihren drei Töchtern.... bis zu diesem Abend. Leise knarrend öffnete sich die Tür und meine Ziehtante huschte - erotisch wie ein kaltes Fischsuppenbad - in mein Zimmer hinein. Diesmal hatte ich den Riegel vergessen und das Unheil stürzte auf mich ein und bedeckte mich mit feuchten Küssen. Es hätte mich auch ereilt, wäre nicht in diesem Augenblick das Bett unter uns zusammengebrochen und hätte damit meinen Ziehonkel auf den Plan gerufen. Laut brüllend stürmte er mit seinen zwei Kämpen und einem schweren Dolch ins Zimmer. Bevor ich etwas sagen konnte, beschuldigte meine Ziehtante mich unter wüsten Beschimpfungen der Unzucht. Mein Ziehonkel, blind vor Wut, ließ mich in Ketten legen und am nächsten Morgen auf die Galeere eines befreundeten Handelskapitäns bringen. Dort verbrachte ich die nächsten Jahre und erlernte einige nützliche Fähigkeiten wie das Schnarchen im Takte der Ruderschläge, um dem übermäßigen Genuss von Peitschenhieben vorzubeugen. Außerdem härtete die dürftige Galeerenkost meinen Magen extrem ab, so dass selbst madiges Brot und fauliges Fleisch mir nichts mehr ausmachten, und mein ohnehin nicht hässlicher Körper gewann einige attraktive Rundungen hinzu.

Das Anlegen in Miklagard gestaltete sich immer wenig erfreulich, da meine Ziehtante keine Gelegenheit ausließ, doch noch ihre erotischen Fantasien an mir auszuleben. Da man es aber unterlies, die anderen Sklaven zeitweise von ihren Bänken zu entfernen, war mir das gesammelte Mitleid meiner Leidensgenossen gewiss.

Eines Tages, wir legten gerade in Haithabu an, riss dem Freund meines Ziehonkels und Kapitäns der Galeere der Geduldsfaden, der wegen anhaltendem Schlafmangels ohnehin schon sehr dünn war, und warf mich kurzerhand ins Hafenbecken. Da man mir aber den Halsreif nicht entfernt hatte, erkannte mich die Besatzung eines benachbart vor Anker liegenden Langschiffes sogleich als lohnendes Handelsobjekt und fischte mich aus dem schmutzigen Brackwasser. Mein ehemaliger Peiniger brüllte noch hinterher: „Lasst ihn absaufen, den kauft euch sowieso keiner ab! Selbst Thors Hammer erblasst vor diesem Donnerschlaf!!!“

„PLING!“ schallte es neben meinem Ohr und der Hammer öffnete den Niet meines Halsreifens und befreite mich damit von der Last meines dreijährigen Daseins als Rudersklave. „Erheb dich, Bruderherz,“ sagte Thoranor grinsend „und komm mit in dein neues Leben.“

Gesagt, getan! Thoranor führte mich zu seiner derzeitigen Lagerstadt in Haithabu. Unterwegs erzählte er mir von dem Marketendertross, mit dem er zur Zeit umherzog. Es klang zwar wenig verlockend, aber da ich nichts besseres zu tun hatte und Thoranor darauf bestand, dass ich meinen Kaufpreis bei ihm abarbeitete entschied ich mich, mich ebenfalls dem Berlicumer Marketendertross anzuschließen...

CHRRR... CHRRRR... „Thoralf!!! Komm zu dir!!!“ brüllte Arnulf in mein Ohr. „Wie oft hab ich Dir gesagt, dass Du nicht aus Lanes Bechern naschen sollst? Seih froh, dass du noch mal zu dir gekommen bist!“ sprachs und wandte sich zum Gehen. Über die Schulter brummte er noch: „Und wenn du schon wach bist, kannst du deinem Bruder auch beim Beladen helfen!“

 

 

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Berlicumer Marketendertross
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