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Die Wikingerschiffe aus dem Oslofjord

Würden wir den Oslofjord aus Süden kommend Richtung Oslo hinaufrudern begegneten wir einer Vielzahl von Schiffen.

Zwei tausendjährige Schiffe, die man vor über hundert Jahren aus norwegischen Grabhügeln bei Oseberg und Gokstad am Westufer des Oslofjordes ausgrub, hat man restauriert und in einem Gebäude von der Größe eines Doms in Bygdøy bei Oslo ausgestellt. Sie haben die geläufige Vorstellung vom Wikingerschiff geprägt. Aber diese beiden Schiffe des 9. und 10. Jahrhunderts waren sehr ungewöhnlich - sie stellten wohl so etwas wie norwegische Königsyachten dar.

Die großartigen Schnitzereien am Heck des Osebergschiffes.

Anfang 1880 grub ein Team norwegischer Archäologen bei Gokstad im Südwesten von Oslo ein Hügelgrab aus, das dort als "Königshügel" bekannt war.

Am zweiten Tag der Grabung wurde aus dem Lehmboden eine reich verzierte Galionsfigur entdeckt und bis zum Ende des Frühjahres war buchstäblich ein intaktes Schiff mitsamt Inhalt freigelegt, sowie die sterblichen Überreste eines Adligen, des dort begraben lag. 

Er war groß, gut gekleidet, um die fünfzig und in ein Bett in der Mitte des Schiffs gelegt worden. Neben ihm lagen seine Waffen. Das Schiff füllten Gegenstände, die er in der nächsten Welt brauchte: Betten, Geschirr, kleine Boote, einen Schlitten, Spiele und all die Dinge, die ein Schiff dieser Art benötigte. 

 

Die Ansicht des Gokstadschiffes zeigt die wunderschönen Bögen ihres Klinkerbaurumpfes; der geringe Tiefgang machte sie zum idealen Flußräuber- und Transportschiff.

Außerdem war ein Dutzend Haustiere neben dem Hügel verscharrt worden. Ein Pfau war geopfert und auf das Schiff gelegt worden, bevor der Hügel versiegelt wurde. Aus den Funden datierten die Archäologen die Bestattung um 900, doch es scheint, als ob das Schiff bis zu einem halben Jahrhundert früher gebaut worden wäre.

Das Schiff ist 23 m lang, 5 m breit und aus 

Eichenholz. Stämmiger gebaut als das Osebergschiff, hat es an jeder Seite Platz für 16 Ruderer. Während der Grabungen wurden 64 bemalte Holzschilde gefunden und es scheint, dass sie am Dollbord befestigt gewesen sind.

Literatur:  Das Leben der Wikinger, James Graham-Campbell

                Atlas der Wikinger, Angus Konstam

 

 

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