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Die neun Welten

Chaos

Am Anfang, bevor Himmel, Erde und Meer geschaffen waren, gab es nur den unergründlichen Abgrund Ginnungagap, ohne Form und Raum.

Der Geist von Fimbultyr wandelte über der Tiefe. Von Niflheim strömten Eisflüsse und füllten Ginnungagap mit Eis und Reif, bis sie mit dem glühenden Flammen von Muspell in Berührung kamen.

Dies war vor dem Chaos.

Fimbultyr gab den schmelzenden Tropfen Leben. So wurde mitten in Ginnungagap der Riese Ymir geboren. Er war böse, und von ihm stammt das Geschlecht der Reifriesen ab.

Dies war das Chaos.

 

Kosmos

Fimbultyr sprach: Der Riese muss erschlagen und Ordnung geschaffen werden. 

Odin und seine Brüder -Bors Söhne- versetzten Ymir die tödlichen Wunden, und aus seinem Körper schufen sie die Welt: aus seinem Fleisch die Erde; aus dem Blut das Meer; aus seinen Knochen die Berge; aus seinem Haar die Bäume; aus seinem Schädel das Himmelsgewölbe; aus seinen Augenwimpern eine Festung, die sie Midgard nannten.

Aus zwei Bäumen schufen die Götter Mann und Frau und flößten ihnen Atem ein. Den Mann nannten sie Ask und die Frau Embla. Von ihnen stammt das Menschengeschlecht, das bis zum Ende der Welt in Midgard leben wird.

Dies war der Kosmos.

 

Die Götterfamilie

Die Götter bauten sich eine Burg mitten in der Welt und nannten sie Asgard. Einige gehörten zum mächtigen Geschlecht der Asen:

 

-         der Allvater Odin und Frigg, seine Frau

-         Thor mit seinem Hammer Mjöllnir

-         Balder, der Gute

-         der einhändige Tyr

-         Bragi, der Dichter

-         Idun mit den Äpfeln, die ewige Jugend spenden

-         Heimdall, der Hüter von Asgard

 

Andere gehörten zum vornehmen Geschlecht der Wanen:

 

-         Njörd

-         Frey

-         Freya, die Liebesgöttin

 

Doch mitten in Asgard lebte auch Loki, ein Freund der Riesen, der mit seinen giftigen Lügen Unheil über die Götter brachte.

 

Asgard

Die meisten der Götter wurden auf dem Schlachtfeld verehrt. Um Kampf drehte sich das Leben der Wikinger, und dort hofften sie, eines Tages zu sterben. Denn wem die Schichsalsnornen erlaubten, mit dem Schwert in der Hand zu fallen, der mußte nicht in die Finsternis von Hel hinabsteigen, sondern wurde von den Walküren nach Walhalla getragen. Dort konnte er in Gesellschaft der Götter sein irdisches Leben fortsetzen.

Er durfte an festlicher Tafelrunde sitzen, wo das Trinkhorn mit Met überlief, wo Worte der Weisheit gesprochen wurden und kriegerische spiele mit scharfem Schwert und Speer zur Unterhaltung gehörten.

Unter der Weltesche Yggdrasil trafen sich die Götter, um zu beraten. Asgard verließen sie nur im Dienst der Liebe oder im Krieg gegen die Riesen, ihren Feinden seit Anbeginn der Welt.

So lebten die Götter wie die Krieger auf Erden, nur daß Iduns Äpfel ihnen ewige Jugend verliehen.

 

Die Unschuld hat ein Ende.

Loki gelingt es mit Hilfe einer List Balder, den innig geliebten Sohn von Frigg, mit Hilfe des blinden Gottes Höd mittels eines Mistelzweiges , zu töten. Balder mußte Walhalla den Rücken kehren und begab sich zur Wohnstätte der blassen Hel, von wo er nicht wiederkehrte. Loki wird von den Göttern gefangen, gefesselt und gefoltert, doch die Unschuld hat ein Ende. Bei den Menschen toben Kriege, die Elemente geraten aus den Banden, Fimbulwinter (drei Jahre andauernder Winter vor der Götterdämmerung) setzt ein mit heulenden Stürmen und fürchterlichem Schneetreiben, das die Sonne verdunkelt.

 

Götterdämmerung

Das Weltende naht. Alle Fesseln und Bande, die Himmel und Erde zusammenhalten, zerreißen. Gut und Böse treffen sich zu einem letzten, alles vernichtenden Kampf.

Loki erscheint mit seinen Kindern, dem Fenriswolf und der Midgardschlange, und der Heerschar der Riesen. Surt schleudert Feuer und Flamme über die Erde.

Odin rückt mit seiner Heerschar der Götter und Einherier auf das Schlachtfeld.

Der Wolf verschlingt Odin. Widar, der Schweigsame, setzt seinen Fuß auf den Unterkiefer des Ungeheuers; mit der Hand greift er den Oberkiefer und reißt den Rachen entzwei. Daran stirbt der Wolf.

Frey kämpft gegen Surt, und sie teilen fürchterliche Schläge aus, bevor Frey fällt.

Heimdall und Loki kämpfen und bringen einander um.

Ebenso Tyr und der Höllenhund Garm.

Thor erschlägt mit seinem Hammer Mjöllnir die Midgardschlange, doch vermag er nur noch neun Schritte zurückzuweichen, bevor er durch den giftigen Atem der Schlange tödlich getroffen zu Boden sinkt.

Rauchwolken hüllen die Esche Yggdrasil ein, Flammen schießen hoch in den Himmel. Die Gräber der Götter, Riesen und Menschen sinken ins Meer. Das Ende ist da. Dies ist Ragnarök, der Weltuntergang.

 

Die neue Welt

Doch nach der Finsternis kommt die Morgendämmerung. Die Erde taucht erneut aus dem Meer, wieder grün und schön, und die Saat wächst von selbst auf den Feldern. Und wo zuvor noch Möwen auf den schaukelnden Wellen tanzten, wiegen sich nun goldene Ähren im Wind. 

Die Götter, darunter auch Balder, erwachen zu neuem Leben. Der allmächtige Fimbultyr erscheint, der Gott der Ewigkeit, der Gott, den der Dichter der Edda nicht zu nennen wagt. Der Gott der Götter kommt zu den Asen und hält Gericht.

 Die Guten dürfen für immer in Gimle leben, wo sie mehr Ergötzen finden denn je. Doch die Eidbrüchigen und Mörder schickt er nach Nastrand, einem schrecklichen Saal, wo sie gepeinigt werden, bis sie von ihren Sünden geläutert sind. Dies ist die Wiedergeburt.

So glaubten die Wikinger, und so ließ Odin die Lehre unter den Menschen verbreiten. In den isländischen Edden ist die Lehre aufgezeichnet.

 

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